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Web Design

Medusa v2 vs. Shopify: Was kleine Shops wirklich brauchen

Ein technischer Vergleich für Nicht-Techniker. Wann lohnt sich welches System — und warum die Zukunft nicht bei Shopify liegt.

Veröffentlicht
18.04.2026
Lesezeit
5 Minuten

Wer einen Online-Shop starten will, landet fast automatisch bei Shopify. Die Werbung ist überall, die Einstiegshürde niedrig, der erste Monat kostenlos. Und für viele Anwendungsfälle ist das auch richtig so.

Aber es gibt eine Alternative die immer mehr an Bedeutung gewinnt — und die für bestimmte Shops die klar bessere Wahl ist: Medusa v2.

Was Shopify gut macht

Shopify macht genau eine Sache richtig: es nimmt dir Entscheidungen ab. Hosting, Zahlungsabwicklung, Theme-Auswahl, Produktverwaltung — alles in einem System, alles sofort funktionsfähig. Ein Shop kann in einem Nachmittag stehen.

Für jemanden der 20 Produkte verkauft, keine speziellen Anforderungen hat und sich nicht mit Technik beschäftigen will, ist Shopify eine vernünftige Wahl. Die monatlichen Kosten sind kalkulierbar, der Support ist vorhanden, Updates passieren automatisch.

Wo Shopify an seine Grenzen stößt

Die Probleme beginnen wenn ein Shop wächst oder wenn die Anforderungen individueller werden.

Shopify Themes sind begrenzt. Ab einem bestimmten Punkt sieht jeder Shopify-Store aus wie jeder andere Shopify-Store. Individuelle Anpassungen erfordern Liquid — Shopifys eigene Template-Sprache die außerhalb von Shopify komplett nutzlos ist. Jede Stunde die ein Entwickler in Liquid investiert, ist eine Stunde die nur für Shopify gilt.

Dann die Kosten. Shopify Basic: 36 Euro pro Monat. Shopify: 105 Euro. Shopify Advanced: 384 Euro. Plus Transaktionsgebühren wenn man nicht Shopify Payments nutzt: 0,5 bis 2%. Plus Apps für Funktionen die man braucht: Bewertungen, E-Mail Marketing, erweiterte Filter, Bundles. Nach einem Jahr zahlen die meisten Shops 150 bis 300 Euro monatlich — und das noch ohne den Entwickler der Anpassungen macht.

Und dann die Abhängigkeit. Shopify gehört dir nicht. Die Daten liegen auf Shopifys Servern. Wenn Shopify die Preise erhöht, die Bedingungen ändert oder einen Account sperrt, steht man ohne Alternativen da. Die Migration von Shopify zu einem anderen System ist aufwendig und teuer.

Was Medusa v2 anders macht

Medusa ist Open Source. Das bedeutet: der Code gehört dir, die Daten gehören dir, die Infrastruktur bestimmst du.

Medusa v2 ist ein Headless Commerce Backend. Es liefert die gesamte Shop-Logik — Produkte, Bestellungen, Kunden, Zahlungen, Versand — als API. Das Frontend baut man separat, zum Beispiel mit Next.js oder Astro. Das klingt nach mehr Aufwand, und initial ist es das auch. Aber der Gewinn ist enorm.

Das Frontend kann aussehen wie man will. Keine Theme-Begrenzungen, kein Liquid, kein "das geht in Shopify leider nicht". Jede Funktion die man sich vorstellt ist umsetzbar — weil man die volle Kontrolle hat.

Die laufenden Kosten: Hosting auf eigenen Servern oder bei einem Anbieter wie Railway oder Render kostet 20 bis 50 Euro monatlich. Keine Transaktionsgebühren an Medusa. Keine monatliche Lizenz. Die einzigen laufenden Kosten sind Hosting und Zahlungsanbieter-Gebühren.

Wann lohnt sich was

Shopify ist die richtige Wahl wenn man einen Shop schnell online haben will, weniger als 50 Produkte hat, keine individuellen Anforderungen hat und sich nicht mit Technik beschäftigen will.

Medusa lohnt sich wenn man langfristig denkt, individuelle Anforderungen hat, die Kontrolle über seine Daten behalten will und bereit ist in eine einmalige Entwicklung zu investieren statt monatlich zu zahlen.

Konkret: Ein Shop der 3.000 Euro Umsatz im Monat macht, zahlt bei Shopify (mit Transaktionsgebühren und Apps) rund 200 Euro monatlich. Das sind 2.400 Euro im Jahr. Nach drei Jahren: 7.200 Euro — ohne dass man irgendwas besitzt. Eine Medusa-Lösung kostet einmalig 4.000 bis 8.000 Euro für die Entwicklung und danach 30 bis 50 Euro monatlich fürs Hosting. Nach drei Jahren hat man ein System das einem gehört — und weniger bezahlt als für Shopify.

Die Zukunft ist Headless

Der Trend ist klar: Headless Commerce wächst seit 2023 schneller als jedes andere E-Commerce-Segment. Große Brands wie Lush, Casper und Peloton sind bereits gewechselt. Nicht weil Headless hip ist — sondern weil es schneller, flexibler und langfristig günstiger ist.

Für kleine Shops die ernst gemeint sind und wachsen wollen, ist der Zeitpunkt jetzt richtig, über Medusa nachzudenken. Nicht weil Shopify schlecht ist — sondern weil die eigene Infrastruktur besser ist.